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Auszug aus der Vereinschronik
Es war am 31. Januar 1903 der damalige Lehrer und spätere Dirigent Josef Vogt, auf dessen Anregung hin sich 18 sangesfreudige Bürger zur Gründung des Gesangvereins „Edelweiss“ zusammenfanden und den Verein aus der Taufe hoben. Als 1. Vorsitzender wurde seinerzeit Anton Fath, als 2. Vorsitzender Alois Bachmann und als Kassier Heinrich Fries bestimmt.
„Zehn Pfennig“ Monatsbeitrag der Aktiven war damals die finanzielle Startbasis des Vereins.
Der Zugang an immer neuen aktiven Sängern bestätigte die Beliebtheit des Chores bei den Heimbuchenthalern. Zu Beginn des 1. Weltkrieges konnte der Verein schon auf 28 aktive Sänger zählen.
Mit Beginn des 1. Weltkrieges stagnierte der Verein. Viele aktive Mitglieder mussten in den Krieg und auch der Verein musste in diesem unseligen Völkerringen seine Opfer bringen. Die Nachwirkungen dieser wirren Zeit begann man im April 1919 mit der Wiederbelebung des Vereins allmählich abzuschütteln.
Die Aktivität im Verein wurde wieder lebendig. Es ging wieder aufwärts.
So beschloss man im Juli 1923, zum 20jährigen Bestehen, das Jubiläum des Vereins mit der Anschaffung einer Vereinsfahne zu krönen.
Am 24.Juni 1924 war Fahnenweihe, ein regelrechtes Volksfest für Heimbuchenthal – trotz der Schwere der Zeit. Der Erlös des Festes – es war ein nicht erwarteter Erfolg – ermöglichte es, ein Klavier für 600 Mark anzuschaffen.
Das 25jährige Stiftungsfest am 15. Juni 1928 wurde ein voller Erfolg, zu dem auch andere Ortsvereine und auswärtige Gesangvereine beitrugen. Das verpflichtete andererseits auch, deren Veranstaltungen zu besuchen und Heimbuchenthal würdig zu vertreten. So wurden die Jahre 1928 – 1936 Wanderjahre des Chores, in denen Verbindungen zu Nachbarvereinen und auch weiter entfernten Vereinen geknüpft wurden, die zum großen Teil bis in die heutige Zeit erhalten blieben.
Der Versuch – 1934 dem Verein einen gemischten Chor einzugliedern – scheiterte, trotz guter Anfangserfolge nach einigen Jahren. Durch Wegheirat guter Sängerinnen, deren Einsatz immer Schwierigkeiten bereitete, sah man sich zur Aufgabe des Arrangements gezwungen.
Wieder fiel auf den blühenden Verein über Nacht ein fast vernichtender Raureif. Der 2. Weltkrieg 1939 – 1945 ließ auch unseren Verein an der Basis erschüttern. 10 aktive Sänger kehrten aus diesem wahnwitzigen Inferno nicht mehr zurück.
Wiederum waren es einige Idealisten, die sich trotz allen Leides, das diese Jahre den Bürgern und auch dem Verein beschert hatten, zusammenfanden und neu beginnend den Verein wieder auf die Füße stellten. Unter Vorstand Fritz Marstatt gelang es den Verein aus seiner Lethargie zu reisen, die verbliebenen Sänger zu aktivieren und das Vereinsleben zu fördern. Aus den Ruinen erwuchs neue Begeisterung. Bereits 1948 zählte der Verein wieder 27 aktive und 25 passive Mitglieder.
Schon 5 Jahre später – 1953 – zu seinem 50jährigen Bestehen, erlebte der Verein mit seinem Jubelfeste einen Höhepunkt in seiner Vereinsgeschichte. Dieses gut organisierte Fest hinterließ einen hervorragenden Eindruck bei allen Besuchern aus nah und fern.
Die Mitgestaltung des hervorragenden Festzuges durch alle Ortsvereine bewies einmal mehr, dass der Gesangverein von den Bürgern und Vereinen geschätzt, anerkannt und mitgetragen wird.
Oberlehrer a.D. Josef Biller ĂĽbernahm fĂĽr 10 Jahre bis 1963, die Leitung des Chores als Dirigent.
Mit 38 aktiven Sängern ging der Verein in das 60. Jahr seines Bestehens. Dieses Jubelfest vom 27. – 29. Juli 1963, stellte in der Vereinsgeschichte einen neuen Superlativ. 25 Vereine aus nah und fern, darunter die „Harmonie“ aus Gelsenkirchen Buer-Erle (Kohlenpott) waren erschienen.
Im Jahr 1978 feierte der Gesangverein sein 75. jähriges Bestehen mit einem großen Zeltfest, das 21 befreundete Chöre besuchten. Beim „BUNTEN ABEND“ im Festzelt gaben uns das in ganz Deutschland bekannte Gesangsduo „GITTI UND ERIKA“ mit ihren bekannten Liedern die Ehre. Das Fest, unter der Führung des neuen Vorstands Karl Bachmann, war in gesanglicher und kultureller Hinsicht ein voller Erfolg.
Der Männerchor im Jahre 1978 unter der Leitung von Herrn Helmut Michel. Auf dem Bild ganz rechts.
Bei diesem Fest hatten wir einen großen Verlust zu beklagen. Unsere altehrwürdige Vereinsfahne, die zum 20jährigen Bestehen des Vereins angeschafft worden war, wurde entwendet, und ist seither leider verschwunden.
Die Jahre vergingen mit Höhe und Tiefen, wie sie nahezu jeder Gesangverein miterleben darf und muss.
Zur 700-Jahr-Feier der Gemeinde Heimbuchenthal im Jahre 1982 konnte, mit fĂĽr den Verein erheblichen finanziellen Mitteln, eine neue Vereinsfahne am Tage des Bischofsbesuches der Ă–ffentlichkeit vorgestellt werden.
Zum 80. Geburtstag 1983 bot der Chor der Bevölkerung aus nah und fern ein großes Fest mit Fahnenweihe unter Mitwirkung des Patenvereins „Spessartwald“ Krausenbach.
 Vorstand Karl Bachmann und die Fahnenabordnung, Richard Aulbach, Roland Englert und Fähnrich Heinrich Kroth mit den Fahnenpatinnen Dagmar Bachmann und Petra Stenger.
Ein 1984 gebildeter Jugendchor unter der Leitung des jungen Dirigenten Josef Amrhein war mittlerweile auf fast 40 Mädchen und Buben angewachsen. Leider musste der Jugendchor nach einigen Jahren dem Trend der Zeit weichen und seine Arbeit wieder einstellen.
Für den Männerchor schlossen sich Jahre mit Konzertaufführungen und Festivitäten an. Außerdem erfreuten wir über einige Jahre in der Adventszeit die Kranken im Kreiskrankenhaus durch Gesang und Musik.
Lange Jahre der Kontinuität folgten mit der Verpflichtung des Herrn Erhard Petermann als neuem Dirigenten im Jahre 1985. Er wirkte in unserem Chor nahezu 16 Jahre bis zu seiner „Pensionierung“ segensreich für Heimbuchenthal.
Unter seiner Leitung gestalteten wir, mit sehr groĂźem Erfolg, verschiedene geistliche und weltliche Konzerte.
Das 90 jährige Bestehen im Jahre 1993, das wiederum mit einem großen Fest und Ehrungen verdienter Mitglieder gefeiert wurde, fiel ebenfalls in diese Zeit.
Ab 1996 mit der Anmeldung unserer Sängerfrauen beim Maintal-Sängerbund sind wir nun offiziell ein gemischter Chor, wobei weiterhin die Männer bei Anlässen wie Ständchen, Volkstrauertag und „am Grabe“ Lieder für Mitglieder singen.
Im Januar 1998 ĂĽbernahm Roland Englert den Vorsitz des Vereins. Karl Bachmann der den Verein 20 Jahre mit groĂźem Erfolg fĂĽhrte ĂĽberlies ein gut bestelltes Feld und steht als Stellvertreter weiterhin mit vollem Einsatz zur Seite.
Beim Neujahrsempfang der politischen Gemeinde im Januar 2001 wurde unser langjähriger, verdienstvoller Dirigent Herr Erhard Petermann für seine hochgeschätzte Arbeit im kulturellen Bereich für Heimbuchenthal gebührend geehrt.
 Bei der Generalversammlung im Januar 2001 ĂĽbergab Herr Petermann den Dirigentenstab an seine junge Nachfolgerin, Frau Olga Bohn-Kaliakina.
Wie erhofft hat sich der Verein und der Gemischte Chor unter der neuen Leitung sehr gut entwickelt. Dies konnten wir nicht nur bei Besuchen befreundeter Chöre sonder ganz besonders bei Konzerten sowohl geistlicher als auch weltlicher Natur immer wieder eindrucksvoll unter Beweis stellen.
Zum 100 jährigen Bestehen des Vereins wurden wir am 11. Mai 2003 bei einer Feierstunde in Günzburg an der Donau vom Bayrischen Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Hans Zehetmair mit der Zelterplakette ausgezeichnet.
Vorstand Roland Englert, Staatsminister Hans Zehetmair, unser BĂĽrgermeister RĂĽdiger Stenger und der 2. Vorsitzende Karl Bachmann
Ein besonderer Höhepunkt war die Gestaltung der Pfingstgottesdienste in Heimbuchenthal und Hessenthal im Jahr 2003. Wir brachten, begleitet von Orgel und Orchester, eine Haydnmesse zu Gehör und begeisterten damit die Besucher.
Ebenfalls im Jubiläumsjahr gründeten wir einen “Projektchor” der bereits im April, bei einem Ehrungsabend mit großem Erfolg seine Premiere feiern konnte. Mit moderner Literatur wollten wir jüngere Mitbürger aus der Umgebung zum Mitmachen bewegen. Rasch wuchs die Zahl der von dieser Idee begeisterten Sängerinnen und Sänger und der Chor, der sich den Namen “Unity” gab, wurde eine feste Größe im Vereinsleben und in der Chorlandschaft unserer Region.
Karl Bachmann wurde bei der Generalversammlung im Januar 2008 vom Vorsitzenden Roland Englert, zum „Ehrenvorstand des Gesangvereins Edelweiss“ ernannt. Er führte den Verein von 1978 – 1998, 20 Jahre als Vorsitzender und war weitere 10 Jahre als Stellvertreter im Amt. Mit dieser Auszeichnung würdigten die Mitglieder seine großen Verdienste um den Chorgesang, den Gesangverein und die Vereinsarbeit in unserer Heimatgemeinde.
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